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USA, 1964 Übersetzt von Andreas Irle 211 Seiten ISBN 3-9804569-8-6 Preis: € 50,--
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TEXTAUSZÜGE:
1
Die Kritiker diskutieren Baron Bodisseys Life:
Ein monumentales Werk, wenn man Monumente mag ... Unweigerlich kommt
einem die Laocoön-Gruppe in den Sinn, mit dem guten Baron, der
sich gegen
die Windungen des gesunden Menschenverstandes richtet, und die
ernsthafteren seiner Leser werden bestrebt sein sich von ihm zu
lösen.
... Pankretische Rundschau, St. Stephen, Boniface
Schwerfällig verdaut die große Maschine ihre Bündel
von Überlieferungen; mahlend, ächzend, bebend bringt sie ihr
Erzeugnis hervor: kleine Wölkchen beißenden, mehrfarbigen
Dunstes.
... Excalibur, Patris, Krokinole
Sechs Bände voller Schimpfkanonaden und Quatsch.
... Academia, London, Erde
Ungeheuerlich, irres Zeug, flegelhaft, untragbar ...
... Der Rigelaner, Avente, Alphanor
Versprüht Missgunst über die Karrieren besserer Menschen
... Unmöglich, keinen aufrichtigen Ärger zu verspüren.
... Galaktischer Kurier, Baltimore, Erde
Verlockend, sich Baron Bodissey bei der Arbeit in seiner von ihm
proklamierten arkadischen Heimat vorzustellen, umgeben von bewundernden
Ziegenherden.
... El Orchide, Serle, Quantique
2
Die Luft des Ardhofs roch, mit einem schweren
süß-sauren organischen Dunst, der die Nüstern
blähte, in der Tat ergiebig. Gersen schnitt eine Grimasse und ging
zu dem Laden, von dem die Gerüche auszuströmen schienen. Tief
Luft holend und seinen Kopf vorbeugend,
betrat er ihn. Rechts und links standen hölzerne Zuber, die
Pasten,
Flüssigkeiten und untergetauchte Festkörper enthielten. An
der
Decke hingen Reihen ausgetrockneter blaugrüner Objekte in der
Größe
einer Männerfaust. Hinten, hinter einer mit schlaffen rosa
Würsten
vollgestapelten Theke, stand ein clowngesichtiger Jugendlicher von
zwanzig
Jahren, der einen schwarz-braun gemusterten Kittel und ein schwarzes
Kopftuch
aus Samt trug. Er lehnte ohne Temperament oder Vitalität auf der
Theke
und beobachtet Gersen ausdruckslos dabei, wie er mit der Seite voran an
den
Zubern vorbeiging.
»Sie sind ein Sandusker?«
fragte Gersen.
»Was sonst?« Dies wurde in
einem Ton gesprochen, den Gersen nicht identifizieren konnte, ein
komplexer Modus aus vielen Missklängen: bekümmerter Stolz,
wunderliche Bosheit, unverschämte Demut. Der Jugendliche fragte:
»Sie wünschen zu essen?«
Gersen schüttelte seinen Kopf.
»Ich bin nicht von Ihrer Religion.«
»Ha, ho!« sagte der
Jugendliche. »Dann kennen Sie Sandusk?«
»Nur aus zweiter Hand.«
Der Jugendliche lächelte. »Sie
müssen die alte törichte Geschichte, dass wir Sandusker
religiöse Fanatiker sind, die es vorziehen widerliche Nahrung zu
essen statt sich zu geißeln, nicht glauben. Das ist völlig
falsch. Kommen Sie. Sind Sie ein gerechter Mann?«
Gersen überlegte. »Ja, das bin
ich.«
Der Jugendliche ging zu einem der Zuber,
tauchte einen Bausch glitzernder schwarzüberkrusteter Paste ein.
»Kosten Sie! Urteilen Sie selbst! Gebrauchen Sie Ihren Mund satt
Ihrer Nase!«
Gersen zuckte fatalistisch mit den
Schultern, kostete. Das Innere seines Mundes schien zunächst zu
kribbeln, dann sich auszudehnen. Seine Zunge rollte sich zu seiner
Kehle zurück auf.
»Nun?« fragte der Jugendliche.
»Wenn überhaupt«, sagte
Gersen schließlich, »schmeckt es schlimmer als es
riecht.«
Der Jugendliche seufzte. »Solches ist
die allgemeine Meinung.«