Tim Stretton
präsentiert von der
Edition
Andreas Irle
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Serendip wurde zum größten Teil im Jahre 2002 geschrieben und ist mein erster Versuch, ein Werk der Fantasy zu schreiben. Wieder ist der Einfluss von Jack Vance deutlich zu spüren, doch während The Zael Inheritance [Strettons erster Roman] von den Dämonenprinzen-Büchern inspiriert war, ist Serendip näher an Lyonesse und vielleicht Maske: Thaery. Serendip ist von Beginn an als Fantasy
ohne
epische/heldenhafte Dimension in der Art Tolkiens konzipiert worden.
Diese Art
der Fantasy ist wie eine Pflanze, die übermäßig
angebaut wurde und deren Boden
aller Nährstoffe beraubt ist. Mein Bestreben war es, einen
Fantasyroman zu
schreiben, in dem keine Elfen, Zwerge oder andere mythische Rassen
vorkommen,
der sich nicht um eine Suche oder eine verlorene Krone dreht, in dem
keine
Magie herrscht und in dem es keine – ich wiederhole – keine Drachen
gibt … Der
künstlerische Sparkurs überlebte nicht einmal die ersten
Abschnitte des Buches.
Meerjungfrauen wurden eingeführt, weitgehend aus einer Laune
heraus, aber sie
funktionierten als Handlungselement so gut , dass sie ihren Platz im
Buch rechtfertigen. Mehr als ein Leser sagte über die
Meerjungfrauenszene in Kapitel
1: »Ich will sehen, wie du das hinbekommst.« Diese Reaktion
reichte mir, um sie
im Buch zu lassen. Auch die Magie wurde
wieder eingeführt. In vielen Fantasygeschichten
gibt es Magier, die hemmungslos Zauber verwenden, selbst
wenn in den
besten von ihnen (wie beispielsweise in LeGuins Erdsee-Trilogie) ein
Preis für
eine solche Macht zu bezahlen ist. In Serendip
besitzt die Magie eine andere Stellung: lange vor der Zeit,
in welcher der
Roman spielt, wurde sie missbraucht. Jene, die sie nun ausüben,
sind Gesetzlose,
die im Untergrund agieren müssen. Und die Vorteile der Magie sind
äußerst
begrenzt. Die im Roman angewandte »Alte Kraft« dient
vorwiegend einer
begrenzten Hellseherei, und selbst diese schwindet mit dem Alter der
Ausübenden. Nichtsdestoweniger bleibt Serendip eine humanistische Art der Fantasy. Der Roman wird getragen von den Beziehungen zwischen den Charakteren, und ihre Beweggründe sind jene, die wir kennen: Ambition, Habgier, Loyalität, das Bedürfnis nach einem Lebensziel und in manchen Fällen schlichte Langeweile. Der Held, Mirko, weiß eigentlich gar nicht, was er überhaupt will. Das
Ergebnis ist
ein Fantasyroman, der nicht jeden Geschmack treffen wird. Der Mangel an
kennzeichnender, traditioneller Fantasy mag einigen Lesern nicht
behagen, doch
dafür werden einige Krücken für schwache
Handlungsstränge und
Charakterisierungen vermieden. In Serendip
entfaltet sich die Handlung durch geplante Charakterdynamik und nicht durch unerwartete Zauberei. Und
wenn Sie an Galeerenrennen Spaß haben, umso besser! |
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Einführung auf Formello, dem Sitz von Elektor Bartazan von Bartazan-Haus:
»Ihr
schlagt also vor, ich sollte still in der Ecke
stehen und versuchen, der Aufmerksamkeit der Gesellschaft zu entgehen,
bis der
Elektor sich entsinnt, warum er mich eingeladen hat?« »Im
Wesentlichen, ja!« |
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Als
er [Mirko] vor das Tor trat, sah er sich mit einem ungewöhnlichen
Apparat
konfrontiert. Auf einem großen, weißen Schild stand: Dies
ist Dunkling Sitz
des Hauses Drall Bitte die Troddel ziehen, die dem Status
entspricht Am
Schild befestigt waren verschiedenfarbige Seile, von denen jedes zur
leichteren Identifizierung beschriftet war: Peremptor
oder dessen Repräsentant Elektoren
von Paladria oder deren Repräsentanten Personen
vornehmer Herkunft Bürger
und Freie Händler,
die eine Verabredung haben Händler,
andere Lümmel und Vagabunden Mirko hielt dieses System für kurios. Während die Aufgabe von Koopendralls Personal leichter wäre, würden sich Lümmel und Vagabunden auf diese Art und Weise ankündigen, schien es ihm, dass die richtig Abgefeimten aller Wahrscheinlichkeit nach so listig sein würden, eine andere Troddel zu ziehen. Er fragte sich, welche davon seinen Status repräsentierte. Er unterdrückte die starke Versuchung, die mit »Lümmel« gekennzeichnete zu ziehen und entschied sich nach kurzer Überlegung für »Personen vornehmer Herkunft«. |


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Die Einwohner der Stadt
Paladria haben zwei Leidenschaften: Galeerenrennen
und politsche Intrigen. Hin- und hergerissen zwischen
Kräften, die er weder verstehen noch
kontrollieren kann, weiß Mirko genau, dass ein falscher Zug ihn
das Leben
kosten kann – doch wem kann er vertrauen?
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